Kunsttunnel 21

Aktuelles Projekt

Grünstreifen
Ein begehbares Kunstwerk mit 120 m² Bildfläche

Konzeption: Regina Haller, regina.haller@gmx.de

Ort: München, Odeonsplatz. U-Bahn Verbindungstunnel zwischen U3/U6 und U4/U5

Bildmedium: 14 Großwerbeflächen des Außenwerbers Ströer out of home media GmbH
Einzelmaß der Bildflächen: 2.50 m x 3.50 m
80 Originalzeichnungen (Buntstift auf Papier) auf hellblau/weiß Karo von Regina Haller

Die funktionale Ästhetik der U-Bahnwelt wird als Kunstinstrument genutzt.

Auf hellblau/weißem Karohintergrund sind 80 Originalzeichnungen ( Buntsfift auf Papier) von Regina Haller zu sehen. Schmale Längsstreifen (20 cm x 60 cm) mit Schraffuren in gelb, blau und etwas rot lassen unzählige Grüntöne aufflimmern deren Konstanz von duftig leicht bis zu kantig wuchtig varriert.

Das Kunstwerk folgt der Ordnung einer Sequenz und findet allein im momenthaften Nacheinander der Abfolge der Sinneseindrücke beim Durchqueren des 40 m langen Verbindungstunnels statt. Ein nahezu isotroper Raumzustand, absolut künstlich, drei Rolltreppen tief im Erdreich eingebettet – jahrein jahraus das immergleiche künstliche Licht, kaum spürbare Jahreszeiten bietet eine ideale Laborsituation für eine intensife Arbeit mit den 14 großen Bildtafeln die den ganzen Raum beidseitig ausfüllen.

Eine Zeitspanne von 3 Minuten ist eingehüllt in eine künstlerisch gestaltete Papiermembran die sich in beidseitig je 7 Wandtafeln mit den Einzelmaßen von 3.50 m x 2,50 m gliedert. Man geht hinein in das Bild und ist quasi “im Bilde”.

Das gegebene Verhältnis der Gleichzeitigkeit von Orientierung, Eigenbewegung, Raum- sowie Bildwahrnehmung zeigt bloßgelegte Strukturen von Kommunikation selbst.
Die Plastizität der Aufmerksamkeit und die Notwendigkeit der Eigenbewegung und damit Orientierung reagiert sofort und spontan auf die Raumsituation und die Mitteilung der stummen Wände. Ein ruhiger und stiller Raum empfängt den Durcheilenden. Im Gegenzug zum Eintritt in virtuelle Bildwelten lädt das abstrakte Kunstwerk dazu ein, einige Raummomente lang Teil eines offenen Bildraums zu sein. Im Gegenzug zum Eintritt in virtuelle Bildwelten verweist die Bildröhre auf jene Welten in denen wir mit unserem Körper in Raum und Zeit verankert sind.

Der Kunsttunnel verschwindet nach Ablauf der Aktionszeit spurlos unter der nächsten Schicht Werbeplakate.

Photos von:
Lothar Schiffler

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